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Rohrdorfer Fahrmischer im Zentrum von Wien

Datum: 14. Juli, 2017

Ein Bild vom Stephansdom bringen alle Touristen von ihren Wienreisen mit nach Hause – daher war es an der Zeit, den in die Jahre gekommenen Stephansplatz rundum zu sanieren und neu zu gestalten. Entsprechend dem Siegerkonzept des Architekten Clemens Kirsch soll sich das Erscheinungsbild von Wiens zentralem Platz nahtlos in die bereits vor sechs Jahren neu gestaltete Fußgängerzone rund um den Graben einfügen.


Die Planung umfasst ein neues Beleuchtungssystem, mehr Raum für Fußgänger, Trinkbrunnen und eine Vielzahl von Sitzgelegenheiten. Herzstück der Neugestaltung sind die Pflasterarbeiten. Mit den, im römischen Verband verlegten Platten kann rund um den Stephansplatz eine homogene und flexibel anpassbare Oberfläche geschaffen werden. Die großformatigen Granitsteine aus dem Waldviertel werden in verschiedenen Grautönen verlegt - mit dunklen Schmuckplatten werden abstrakte Kreuzformen als weiteres Highlight in den Platz eingearbeitet. Insgesamt sollen 36.000 Granitsteine verarbeitet werden.
Anfang des Jahres bekam die Rohrdorfer Transportbeton (Ö) den Zuschlag für die Betonlieferungen bei diesem Prestigeprojekt. Die Pflastersteine werden in Drainbeton gebettet. Insgesamt umfasst der Auftrag rund 2.200 m³.

Auch für ein weiteres Markenzeichen Wiens die Fiaker wird mehr Raum geschaffen. Für die Abstellflächen der Pferdekutschen kommt ein Straßenoberbeton laut RVS mit Kunststofffasern zum Einsatz. Schäden durch die Hufe der Pferde und Kufen der Fiaker sollen durch diese Bauweise verhindert werden.

Die Produktion und der Einbau eines RVS-Straßenbetons mit Kunststofffasern war sowohl für die Rohrdorfer Transportbeton als auch für den Bauherren (Stadt Wien) eine Premiere. Das Einmischen von Kunststofffasern ist bei Luftporenbetonen eine besondere Herausforderung, da der geforderte Luftgehalt durch die Fasern oft großen Schwankungen unterliegt. Durch eine ständige Laborkontrolle im Werk als auch auf der Baustelle konnte eine für alle Projektbeteiligten einwandfreie Qualität erreicht werden.
Die Betondecke des ersten Bauloses wurde in drei Tagen eingebracht. Die Rohrdorfer Fahrmischer mussten täglich rund 80 m³ Beton in das Zentrum Wiens transportieren. Die engen Gassen im 1. Bezirk und der eine oder andere Fiaker erschwerten die Anfahrt. Trotzdem konnte eine kontinuierliche Belieferung bewerkstelligt werden. Speziell zu erwähnen ist, dass die Fahrmischer schnell die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zogen. Viele blieben stehen, beobachteten das Geschehen, fotografierten die Situation und erkundigten sich über den Projektablauf.

In den Sommermonaten wird der Stephansplatz täglich von bis zu 80.000 Menschen frequentiert. Um eine Gesamtsperre des Stephansplatzes zu verhindern, wurde ein ausgeklügeltes Bauphasenkonzept erarbeitet. Insgesamt wurde das Projekt in fünf Bauphasen unterteilt, die teilweise ineinandergreifen, aber trotzdem den Betrieb am Stephansplatz nur geringfügig beeinträchtigen sollen. Geplant ist, dass Mitte November alle Bauphasen abgeschlossen sind. Die Pflastersteine sollen sich dann rund um den „Steffl“ harmonisch eingefügt haben - zur Eröffnung des Adventmarktes Ende November wird der Platz im neuen Glanz erstrahlen.