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Abstrakt
Unternehmen

Drohnen im Steinbruch Gröbming

Datum: 03. August, 2017

In den vergangenen Jahren hat sich eine beachtliche Anzahl an Unternehmen etabliert, die Dienstleistungen mit unbemannten Luftfahrzeugen, besser bekannt als Drohnen, anbieten. Das Leistungsspektrum der Drohnendienstleister ist breit gefächert.


Beim Einsatz einer Drohne in einem Tagbaubetrieb wird das Abbaugebiet entlang einer im Vorfeld exakt geplanten Route überflogen. Mit Hilfe einer kalibrierten Kamera wird während des Fluges eine Reihe von Luftbildaufnahmen angefertigt. Nach Abschluss der Befliegung erfolgt eine photogrammetrische Auswertung. Dabei werden mit Hilfe von Software-Lösungen die einzelnen Luftbilder zu einer Gesamtaufnahme zusammengeführt. Das Ergebnis ist ein georeferenziertes 3D-Oberflächenmodell des Tagbaubetriebes.

Bereits vor einigen Monaten wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Skyability eine Drohnenbefliegung im steirischen Steinbruch Gröbming durchgeführt. Ziel des Drohnen-Einsatzes war es die Fluggeräte im alpinen Gelände zu testen und die konventionelle Ermittlung des Lagerstandes anhand einer Vermessung mit den Ergebnissen der photogrammetrischen Inventur zu vergleichen. Im Rahmen der Befliegung wurden 389 Luftbildaufnahmen gemacht und daraus ein 3D-Modell errechnet. Parallel dazu erfolgte die Vermessung der gelagerten Fertigmaterialhalden durch das Markscheider-Team der RSK (Ö). Die Gegenüberstellung beider Methoden sollte Aufschluss über die Genauigkeit der terrestrischen Vermessung ergeben.

Nach Abschluss der Befliegung im Steinbruch konnten die bekannten Vor- und Nachteile einer Vermessungsdrohne bestätigt werden. Ein wesentlicher Vorteil ist die höhere Sicherheit für Mitarbeiter, da das Begehen von Halden und Etagen nicht erforderlich ist. Die Vermessung eines Steinbruchs mittels Drohne erfolgt in sehr viel kürzerer Zeit. Jedoch steht der Zeitersparnis im Abbaufeld ein erheblicher Mehraufwand im Innendienst gegenüber. Derzeit stehen noch keine Programme zur Verfügung, mit deren Hilfe aus einem 3D-Oberflächenmodell automatisiert ein Bergbaukartenwerk abgeleitet werden kann.

Zusammenfassend zeigte der Testflug im Steinbruch Gröbming, dass sich bei umsichtiger Anwendung der terrestrischen Vermessung die Abweichungen zu einer photogrammetrischen Inventur in einem vertretbaren Rahmen bewegen. Aufgrund derzeitiger technischer Beschränkungen kann eine Drohnenbefliegung die Anfertigung einer Tagbaukarte zwar unterstützen, aber nicht vollständig ersetzen.